Mit der Schule beginnt auch wieder die Läuse – Zeit

 

Der Läusebefall ist bei Kindern zwischen 7 und 11 Jahren nach den Erkältungskrankheiten die zweithäufigste ansteckende Erkrankung.

Ein starker Juckreiz auf dem Kopf ist ein wichtiges Warnsignal, das allerdings erst verspätet auftritt und daher genügend Zeit für die Ansteckung anderer Personen lässt. Gerade wenn man die Plagegeister das erste Mal zu Gast hat kann es 4-6 Wochen dauern bis dieser Läuse- Juckreiz auftritt. Dann kann er allerdings so stark sein, dass der Betroffene an nichts anderes mehr denken kann, auch nicht an schlafen. Besuchen einen die Tierchen ein weiteres Mal tritt der Juckreiz schon nach 1-2 Tagen auf. Leider, oder Gott-sei –Dank, kann man auch Läuse ohne diesen starken Juckreiz haben, er tritt nur bei ca. einem Drittel der Betroffenen auf.

Übertragung

Die kleinen Plagegeister können nicht springen oder fliegen, darum erfolgt die Übertragung wirklich nur von Haar zu Haar und das in sehr kurzer Zeit. Es reicht schon, die Köpfe für ein Selfie zusammen zu stecken. Typische Situationen in denen die Läuse ihren Gastgeber wechseln sind spielen, kuscheln, lernen in engen Gruppen und Selfies zu mehreren machen. Besonders in Familien, Schulklassen und Kindergartengruppen kommen die Läuse gerne epidemieartig vor.

Diese Faktoren erhöhen die Ansteckungsgefahr weiter:
  • In dichter besiedelten Orten kommen kleine Läuseepidemien häufiger vor als in weniger dicht besiedelten.
  • Mitte September bis Ende Oktober, also so nach den Sommerferien, ist Läusesaison
  • Da Mädchen öfters zusammen kuscheln als Jungen, sind sie auch häufiger betroffen.
  • In braunem oder rotem Haar können sich die Läuse besser tarnen und fallen daher weniger auf. Die Gefahr, dass sie lange Zeit unbemerkt bleiben und sich auf andere Köpfe schleichen können ist größer.
  • Ebenso bleiben sie in längerem Haar länger unbemerkt als in kurzem.

So flink die Läuse auf dem Kopf eines Menschen sind, so schwer bewegen sie sich auf Gegenständen oder Kleidung. Wenn sie nicht alle viel bis sechs Stunden eine Blutmahlzeit bekommen werden sie schnell schwach und sterben. Bei Zimmertemperatur passiert das in der Regel innerhalb von 2 Tagen.
Aus den oben genannten Gründen ist daher eine Übertragung durch Kleidungsstücke und Kuscheltiere zwar nicht ausgeschlossen, doch die Gefahr ist gering. Keine Laus verlässt freiwillig den Kopf ihres Wirts wenn kein neuer geeigneter Wirt zu Verfügung steht.

Übrigens könnten solche kleinen Laus-Epidemien können vermieden werden, wenn mit dem Thema offen umgegangen wird. Ein Lausbefall hat absolut nichts mit mangelnder Hygiene zu tun!
Behandlung

Zur Behandlung der Plagegeister gibt es unzählige Mittel, nicht alle sind gleich wirksam. Es gibt Sprays, Shampoos und Lotionen mit und ohne chemische Inhaltsstoffe. Unserer Erfahrung nach haben sich Mittel mit Dimethicon bewährt, auch wenn die Wirkung auf die Laus noch nicht genau nachvollzogen werden kann. Man geht davon aus, dass das Dimethicon die Atemöffnungen der Läuse verklebt. Für den Menschen ist dieses Mittel unschädlich. Unerlässlich bei allen Behandlungsmethoden ist die Nachbehandlung nach 10 Tagen, dann sind nämlich die Nissen geschlüpft. Leider lassen sich die Nissen von keiner Behandlungsmethode beeindrucken.
Trotzdem ist das Auskämmen mit dem Nissenkamm ein unerlässlicher Bestandteil der Behandlung.

Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl des richtigen Mittels gegen Läuse.

Der beste Schutz vor Übertragung ist den Körperkontakt zu vermeiden. Besprechen Sie mit Ihrem Kind altersgerecht, wie es sich am besten verhält, was alles unter Körperkontakt fällt (z.B. Selfies) wenn in der Klasse oder in der Kindergartengruppe Läuse auftreten oder es feststellt, dass sich ein Kind aus der Gruppe besonders stark am Kopf kratzt.
Bei langen Haaren hilft eine Flechtfrisur die Haare im Zaum zu halten.
Kontrollieren sie bei Lausbefall in der Gruppe jeden Tag den Kopf ihres Kindes auf Läuse und Nissen. Beliebte Stellen sind hinter den Ohren und am Haaransatz im Nacken.

Literatur zum Weiterlesen:

https://www.nyda.de/laeuse
http://www.pediculosis-gesellschaft.de/html/die_kopflaus.html